Laufende Forschungsprojekte

 

Zuwanderung aus Südosteuropa - Teilhabe und Zusammenhalt auf kommunaler Ebene ermöglichen (ZuSudo)

Die Migrationsdynamik im Ruhrgebiet hat mit der EU-Osterweiterung einen wesentlichen Schub erhalten. Neben den damit verbundenen Chancen sieht sich die Region auch vor Herausforderungen gestellt. Im anwendungsorientierten Forschungsprojekt Zuwanderung aus Südosteuropa – Teilhabe und Zusammenhalt auf kommunaler Ebene ermöglichen (ZuSudo) werden zum einen die Migrationsbewegungen zwischen Bulgarien, Rumänien und sechs ausgewählten Kommunen des Ruhrgebiets betrachtet und Prozesse des Ankommens und der multilokalen Teilhabe erfasst. Zum anderen werden die Vielzahl an Erfahrungen aus den kommunalen Integrations- und Handlungskonzepten sowie die jeweiligen integrationspolitischen Handlungsprinzipien erfasst und verglichen und auf ihre Wirksamkeit hin im Dialog bewertet.

Untersuchungsebenen und Projektziele Unter Einbezug relevanter Akteursgruppen werden Erfahrungen und Vorschläge zur Erhöhung der Teilhabechancen der eingewanderten und wandernden Gruppen dokumentiert und zur Diskussion gestellt, welche die Kommunen bei der Gestaltung dieser Prozesse unterstützen können. Dabei wird die Untersuchung auf drei Ebenen fokussiert: Kommunen, Organisationen und Familien.

Vorgehen und Methoden Das Projekt verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz und kombiniert Primärdatenerhebungen in den Ankunftskommunen des Ruhrgebiets und in ausgewählten Herkunftsregionen mittels Expert*innen-interviews, Umfragen und biografischen Interviews sowie Sekundäranalysen vielfältiger Datenquellen. Gleichzeitig integriert es Elemente von Aktionsforschung, indem erhobene und analysierte Daten mit Betroffenengruppen (Migrierende, MO, Kommunen) zurückgekoppelt und erörtert werden.

Veranstaltungen / Outputs Es werden Konferenzen mit relevanten Akteursgruppen im Ruhrgebiet sowie in Rumänien und verschiedene Praxisdialoge organisiert. Zusätzlich wird eine internationale Summer School durchgeführt, um anwendungsorientiertes wissenschaftliches Interesse an dem Thema zu fördern. Je nach Zielgruppe werden unterschiedliche Produkte erstellt (Forschungsbericht, Policy Paper, Handlungsempfehlungen, medial verarbeitete Studienergebnisse).

Laufzeit April 2021 – März 2024 | Förderung Stiftung Mercator | Projektseite EU2MigraRuhr

Mitarbeitende Prof. Dr. Ludger Pries Projektleiter | Dr. des. Christian Schramm Koordinator

Andreea Nagy wissenschaftliche Mitarbeiterin | Rumyana Shopova studentische Hilfskraft

Organisierte Gewalt, neue Migrationsverläufe und Entwicklung: Eine vergleichende Studie in Europa und Amerika

Das Verständnis internationaler und insbesondere forcierter Migration ist von zunehmender Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft auf nationaler sowie globaler Ebene. Während der Zusammenhang von Migration und Entwicklung seit den 1990ern ausführlich erforscht wurde, ist organisierte Gewalt in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem weiteren, zentralen Faktor geworden, der forcierte Migration beeinflusst. Es wird davon ausgegangen, dass organisierte Gewalt einen beschleunigenden Faktor innerhalb von Mixed-Migration Prozessen darstellt (z.B. organisierte kriminelle Gewalt in Zentralamerika oder Bürgerkriege im Mittleren Osten), aber der aktuelle Forschungsstand zeigt einen Mangel an Daten, die diesen Zusammenhang betrachten. Dieses Forschungsprojekt will Formen forcierter Migration in ihrem Zusammenhang mit organisierter Gewalt vergleichen und kontrastieren durch die Analyse von Biographien und Migrationsverläufen. Dafür werden lokale, nationale und globale Dimensionen berücksichtigt sowie unterschiedliche Ebenen von Machtbeziehungen untersucht, die sowohl Grund als auch Konsequenz des migration-organized-violence-nexus sein können. Das Projekt verfolgt einen transnationalen Fokus und vergleicht die beiden Transitländer Türkei und Mexiko, um:

  • Erfahrungen und Wahrnehmungen forcierter Migration und organisierter Gewalt in ihrer Repräsentation und Rekonstruktion in Migrationsverläufen und Biographien von Akteuren zu analysieren.
  • Primärdaten über die Beziehung von organisierter Gewalt und forcierter Migration durch quantitative Umfragen, ethnographische Feldarbeit, narrative und semi-strukturierte Interviews sowie Dokumentenanalyse zu erheben.
  • Ein transnationales Forschungsnetzwerk angesehener akademischer Institutionen, die innerhalb des Themas arbeiten, in einer vergleichenden Perspektive durch eine Reihe internationaler Workshops zu etablieren und die wissenschaftlichen Ergebnisse zu dokumentieren und verbreiten.

Das Projekt wird Daten auf einer Mikro- (Individuen und Gruppen) und Meso- (Organisationen und lokale staatliche Akteure) Ebene erheben. Methodisch werden dazu standardisierte Längsschnittumfragen, ethnographische Besuche von Lagern für forcierte Migranten und entsprechenden NGO’s, narrative biographische Interviews mit Migranten selbst, semi-strukturierte Experteninterviews mit Repräsentanten von NGO’s und Politik sowie Dokumenten- und Governanceanalyse genutzt. Es werden zudem Kooperationen mit Partnerinstitutionen in Herkunfts-, Transit- und Ankunftsländern eingegangen.

 

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ProjektbeteiligteProf. Dr. Ludger Pries | Prof. Dr. Stephanie Schütze

Projekthomepage Migration-Violence.org

Migrantenorganisationen und die Ko-Produktion sozialer Sicherung – Eine Mehr-Ebenen-Analyse migrantischer Praktiken in wohlfahrtsstaatlichen Arrangements

Laufzeit Mai 2020 - Oktober 2022
Förderung MERCUR Mercator Research Center Ruhr

Das MERCUR-Verbundprojekt erforscht, wie Migrant*innen und ihre Selbstorganisationen sozialen Risiken begegnen und soziale Sicherungsstrukturen schaffen. An den drei Universitätsstandorten Bochum, Dortmund und Duisburg soll die Einbettung von Migrantenorganisationen in die deutsche Wohlfahrtslandschaft untersucht werden, ausgehend von der Annahme, dass die Organisationen eine wichtige Rolle in der Vermittlung des Zugangs zu und der Erbringung von informellen (netzwerkbezogenen) und formalen (wohlfahrtsstaalichen) Sicherungsressourcen einnehmen. Dabei orientiert sich die Forschung an drei leitenden Fragen:

(1) Wie adressiert die politische Ebene soziale Risiken von migrierten Bevölkerungsgruppen?
(2) Wie wird auf Ebene von lokalen Migrantenorganisationen auf diese Herausforderung reagiert?
(3) Wie werden die formellen und informellen Sicherungsstrukturen von migrierten Personen tatsächlich für ihre Ziele genutzt?

An der RUB stehen Migrantenorganisationen und ihre Netzwerke im Vordergrund des Forschungsvorhabens. Hier werden die kooperativen Netzwerkstrukturen zwischen Migrantenorganisationen und anderen Wohlfahrtsträgern mittels leitfadengestützter Expert*inneninterviews mit Vertreter*innen der Organisationen erforscht. Die erhobenen Netzwerke werden schließlich analysiert und visuell aufbereitet.

Projektbeteiligte
Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. Ludger Pries, Prof. Dr. Sören Petermann, M.A. Eva Günzel
Universität Duisburg-Essen: Prof. Dr. Ute Klammer, Dr. Thorsten Schlee, Dipl. Soz.-Wiss. Ariana Kellmer
Technische Universität Dortmund: Prof. Dr. Karolina Barglowski, M.A. Daniel Huber

Projekthomepage Mikoss Homepage am 'Inistitut Arbeit und Qualifikation' (UDE)