Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie
Die Sektion ist eine Organisationseinheit der Fakultät für Sozialwissenschaft, in der Lehr- und Forschungsgebiete der Sozialpsychologie und Sozialanthropologie zusammengefasst sind.
Selbstverständnis
Die Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie thematisiert die vielfältigen Beziehungen zwischen Individuen einerseits, Gruppen, Gemeinschaften, Gesellschaften und Kulturen andererseits.
Solche Beziehungen sind in den transnationalen und transkulturellen Konstellationen einer zunehmend globalisierten Welt außerordentlich komplex und dynamisch. Sie verändern sich permanent und verlangen den betroffenen Personen und Kollektiven kontinuierliche Reflexions- und Orientierungsleistungen ab. Sie eröffnen nicht nur attraktive Handlungsoptionen und bereichernde Lebensmöglichkeiten, sondern bringen oft auch neue Herausforderungen und schwierige Aufgaben mit sich. Bisweilen sind tief greifende Einschnitte in die vertrauten Lebensformen, Veränderungen personaler und kollektiver Identität sowie Erweiterungen von beruflichen Qualifikationen und des allgemeinen Handlungspotentials unumgänglich.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Eigeninitiative sowie viele weitere "allgemeine Schlüsselqualifikationen" gelten heute in vielen Professionen und privaten Handlungsfeldern als unabdingbar. Dies gilt nicht zuletzt für "interkulturelle Kompetenz". Interkulturelle Kommunikation, Kooperation und Koexistenz sind zur Normalität geworden, auf die sich zahllose Menschen durch die Entwicklung spezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten einstellen müssen.
Solche und verwandte Vorgänge werden von den Angehörigen der Sektion vorrangig in sozial- und kulturpsychologischer sowie ethnologischer (sozial- und kulturanthropologischer) Perspektive erforscht. Dabei werden nicht nur die Horizonte der "eigenen" Gesellschaft und Kultur, sondern auch die Grenzen einzelner wissenschaftlicher Disziplinen häufig überschritten. Trans- und interdisziplinäre Perspektiven, die Theorien, Methoden und empirische Erkenntnisse z.B. der Soziologie und der Philosophie einbeziehen, sind selbstverständlich.
Ein wichtiges Ziel der Sektion besteht in der differenzierten vergleichenden Analyse konkurrierender bzw. komplementärer theoretischer Ansätze aus den Sozial- und Kulturwissenschaften (z.B. Handlungs- und Interaktionstheorien, Gesellschafts- und Kulturtheorien) sowie dem komparativen Studium soziokultureller Lebens- und Subjektivitätsformen.
In forschungsmethodischer Hinsicht orientieren sich die empirischen Projekte der Sektionsmitglieder vorrangig am "interpretativen Paradigma". Die Vermittlung einer hermeneutischen Methodologie der Sozialforschung und Kulturanalyse sowie die Einübung sog. qualitativer Verfahren in Lehrforschungsprojekten bilden obligatorische Bestandteile der Lehre sowohl in den Bachelor- als auch in den Master-Studiengängen.
Die in den Studiengängen erworbene wissenschaftliche Expertise und Forschungskompetenz wird in variablen Anwendungsgebieten fruchtbar gemacht. Dazu gehören z.B. insbesondere personenbezogene Dienstleistungen oder speziell die an Problemen interkultureller Kommunikation und Kooperation ausgerichtete Arbeit in der Gesundheitsversorgung (Medizin, Psychiatrie, Psychotherapie, psychosoziale Beratung) und schließlich die interkulturelle Konfliktanalyse und -beratung (Mediation).
In der Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie wurden in den vergangenen zwei Jahren ein Generationenwechsel (vgl. Prof. Dr. em. Helmut Nolte), eine partielle fachliche Neuorientierung und erhebliche Umstrukturierungen der Forschungsprogramme und Lehrinhalte erfolgreich bewerkstelligt. Diese Veränderungen befinden sich derzeit in einer Phase der Konsolidierung und genaueren Abstimmung innerhalb der Sektion sowie mit den anderen Sektionen der Fakultät für Sozialwissenschaft, aber auch mit neuen Kooperationspartnern in weiteren Fakultäten der Ruhr-Universität Bochum. Dies dient insgesamt der Präzisierung der bereits vorgenommenen Profilbildung, durch die die Sektion für Sozialpsychologie und Sozialanthropologie sowohl ihre besonderen Merkmale zur Geltung als auch ihr Bestreben zum Ausdruck bringt, an innovative Entwicklungen der zeitgenössischen Sozial- und Kulturwissenschaften auf nationaler und internationaler Ebene anzuschließen und dabei eigenständige, sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven verknüpfenden Akzente zu setzen.
Profil der Sektion Sozialpsychologie und -anthropologie
Allgemeine Informationen
Lehrstühle
Hochschullehrer
Emeriti
Aktuelles
Mit Beginn des Wintersemesters hat die Sektion zwei neue Gesichter bekommen:
Am 1.Oktober hat Frau PD Dr. Heidrun Friese die Vertretung der Professur von Prof. Haller übernommen, der für zwei Jahre zu Forschungszwecken beurlaubt wurde. Näheres finden Sie auf der Homepage von Prof. Haller.
Über Frau Friese finden Sie Hinweise hier.
Ebenfalls seit dem 1. Oktober hat Frau Gala Rebane die Nachfolge von Dr. Rainer Fretschner als Lecturer der Sektion angetreten. Ihre Veranstaltungen finden Sie auf der Seite.
Neues aus der Forschung
In Kürze erscheint der Bericht über die erste BA-Absolventstudie der RUB. Erste Ergebnisse finden Sie hier.


