Rechtsextremismus und Schule


Hetze und Anschläge gegen Geflüchtete, Großdemonstrationen mit antimuslimischem Tenor, Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien und eine ausdifferenzierte, extrem rechte Jugendkultur: Rechtsextremismus gehört unzweifelhaft zu den dringenden politischen Problemen der Gegenwart.

Neben Elternhaus, peer-groups, Wohnumfeld und sozialen Medien ist die Schule eine prägende Instanz der politischen Sozialisation. Schule als gesellschaftlicher Institution, die von allen Kindern und Jugendlichen durchlaufen wird, kommt damit eine Schlüsselfunktion in der Rechtsextremismusprävention zu.

 

Ihr schulgesetzlich verankerter demokratisch-menschenrechtlicher Bildungsauftrag tritt im Alltag gegenüber den Zwängen der Selektions- und Qualifikationsfunktion häufig in den Hintergrund. Zudem sind Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich mit rechtsextremen bzw. ausgrenzenden Einstellungsmustern konfrontiert, in der Regel ohne ausreichend auf diese Herausforderungen vorbereitet zu sein.

Aufgrund der Bildungshoheit der Länder fehlt im Hinblick auf schulspezifische Fragen der Rechtsextremismusprävention bis heute ein bundesweiter Austausch und eine kritische Diskussion bestehender Konzepte, um neue Strategien zu entwickeln und dabei gezielt die Perspektiven von schulischer Praxis, Lehrkräftebildung und Wissenschaft zusammenzubringen. Hierfür soll die bundesweite Tagung einen geeigneten Rahmen bieten, in dem gezielt aktuelle Entwicklungen des Rechtsextremismus und Herausforderungen der Prävention in den drei Handlungsfeldern Schule, Unterricht und Lehrkräftebildung aufgegriffen und diskutiert werden.

 

Die Tagung richtet sich deshalb ausdrücklich an Praktiker*innen aus der Schule, Lehrende aus der Lehrkräftebildung, Wissenschaftler*innen und in der Präventionsarbeit Aktive und zielt ab auf Austausch und Vernetzung.