Sie befinden sich hier: Startseite » 2015 » Sabine Massen: Das neurotechnisierte Selbst

17. Juni 2015:

Sabine Massen: Das neurotechnisierte Selbst

Mi., 17. Juni 2015, 16-18h c.t., GBCF 04/611

Sabine Maasen studierte Soziologie, Linguistik und Psychologie an der Universität Bielefeld. Sie war von 1988 bis 1994 wissenschaftliche Assistentin am Zentrum für interdisziplinäre Forschung und von 1994 bis 2001 Forschungskoordinatorin am Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung. 2001 folgte sie einem Ruf auf die Professur für Wissenschaftsforschung/Wissenschaftssoziologie an der Universität Basel. Seit 2013 hat sie den Friedrich Schiedel-Stiftungslehrstuhl für Wissenschaftssoziologie an der Technischen Universität München inne.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind die sozialwissenschaftliche Wissenschaftsforschung und die Soziologie der Neuro- und Technowissenschaften.

In ihrem Vortrag wird Sabine Maasen die Identifizierung einer noch wenig erkannten Gesellschaft in Angriff nehmen - einer Gesellschaft, die nur im Blick auf ihre Technizität, ihre "technologische Bedingung" (E. Hörl) klarer erkennbar und verstehbar wird. Dazu erkundet sie exemplarisch einige Gegenden, in denen sich die Konsequenzen der technologischen Bedin¬gung besonders gut beobachten lassen: Sie berichtet von ihrer Durchdrin¬gung mit Technowis¬senschaften, ihren kybernetischen Subjekten und ihren Postsozialitäten. Der Reisebericht wird mit Illustrationen aus dem Feld des Neurowis¬senschaftlichen (z.B. Neurodiversity Movement; Cochlea Implantate) bebildert, die – so die These – dazu beitragen, die Signatur der "nächsten Gesellschaft" (D. Baecker) zu fixieren. Gezeigt werden soll zum einen, dass sich hier Systematisches andeutet, das in die Richtung einer technosozialen Formation weist; zum anderen, dass schon jetzt nach geeigneten Formen der Kritik zu suchen ist, die auf der Höhe technomedialer Verschaltungen zu operieren vermögen.