Global Economic Governance

Ende der Globalisierung?
Stefan A. Schirm 'Ende der Globalisierung? Welthandel jenseits des Multilateralismus', in: POLITIKUM 4/2017, S. 4-15, weitere Informationen[hier]

Domestic Ideas, Institutions or Interests in GEG
Stefan A. Schirm 'Domestic Ideas, Institutions, or Interests? Explaining Governmental Preferences Towards Global Economic Governance', in: International Political Science Review 37 (2016) 1: 66-80 (Online First 3 July 2014), [available at]

Societal Approach to Divergence in the G20
Stefan A. Schirm 'Global Politics are Domestic Politics. A Societal Approach to Divergence in the G20', in: Review of International Studies 39 (2013): 3, 685-706 [online]

The G20, Emerging Powers, and Transatlantic Relations
Policy paper by Stefan A. Schirm: 'The G20, Emerging Powers and Transatlantic Relations', Paper Series, Transatlantic Academy, Washington DC, May 2011 (paper available [here] or [here]).

Directing the IMF: Rules Matter More
Blog by Stefan Schirm: 'Directing the IMF: Rules matter more than nationality', TA-Blog, Washington DC May 2011 (available [here] and as [Pdf])

Societal Interests and Ideas in the G20
Convention paper by Stefan Schirm: 'Global politics are domestic politics: How societal interests and ideas
shape ad hoc groupings in the G20 which supersede international alliances' presented at the ISA Convention in Montreal in March 2011

Emerging Powers in the WTO
Convention paper by Laura Carsten: 'Global Governance Reform and Emerging Powers:
Brazil, India, and the WTO Dispute Settlement' presented at the ISA Convention in Montreal in March 2011

Programme SGIR Panel in Stockholm (September 2010)
Please note the programme of the panel on 'The Role of Domestic Politics in Global Economic Governance' chaired by Stefan A. Schirm at the Conference of the Standing Group on International Relations (SGIR) of the ECPR in Stockholm, September 8-11, 2010. [programme] [call for papers]


Workshop and Papers "Germany in Global Economic Governance" Ruhr-Universität und Cornell University
Stefan A. Schirm (Lehrstuhl für Internationale Politik RUB) und Hubert Zimmermann (Cornell University) haben eine Tagung zur Rolle Deutschlands in der Global Economic Governance organisiert, die am 22.-23.02.2008 an der Cornell University, Ithaca NY stattfand. Auf dem Workshop wurden Forschungsergebnisse von Politikwissenschaftlern deutscher und amerikanischer Universitäten präsentiert. Dabei ging es insbesondere um die theoriegeleitete empirische Analyse der Initiativen Deutschlands zur Reform des multilateralen Managements der Weltwirtschaft. Erforscht wurden beispielsweise die Merkel-Initiative zur Regulierung von Hedge-Fonds, Corporate Social Responsibility, transgouvernementale Standards, deutsche und amerikanische Reformvorschläge für internationale Finanzinstitutionen und die Regulierung der Pharmaindustrie. Ziel des Workshops war auch die Öffnung der Global Governance-Forschung zur Varieties of Capitalism-Forschung und die Untersuchung von Global Governance als abhängige Variable (zu den Themen und Forschern vgl. das unten stehende Programm).
Die Ergebnisse des Workshops stehen inzwischen als Working Papers auf der Homepage des Einaudi Centers for International Studies, Cornell University [hier].

  • Projektleiter: Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Bochum, Prof. Dr. Hubert Zimmermann (Cornell)
  • Projektfinanzierung: Cornell University, Ithaca NY, Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD, Ruhr-Universität Bochum
  • Programm: Beteiligte Wissenschaftler und Themen als PDF-Datei [hier]
  • Working Paper Series:
    • Einaudi Center for International Studies, Cornell University [Working Papers].
    • Hubert Zimmermann: Controlling the Locusts: Germany and the Global Governance of New Financial Markets. Part One of the Germany in Global Economic Governance Series als als PDF-Datei
    • Stefan A. Schirm: Domestic Ideas and Interests in Global Governance: Comparing German and U.S. Preference Formation. Part Two of the Germany in Global Economic Governance Series als PDF-Datei
    • Andreas Nölke: Private Governance in International Affairs and the Erosion of Coordinated Market Economies in the European Union. Part Three of the Germany in Global Economic Governance Series als PDF-Datei
    • Robert Kaiser: Germany´s Role in Global Pharmaceutical Regulation. Part Four of the Germany in Global Economic Governance Series als PDF-Datei
    • Daniel Kinderman: The Political Economy of Corporate Responsibility in Germany, 1995-2008. Part Five of the Germany in Global Economic Governance Series als PDF-Datei

Global Economic Governance Tagung in Tutzing (Juli 2008)
Ein Jahr nach dem G 8 Gipfel von Heiligendamm nimmt die Tagung des Lehrstuhls für Internationale Politik in Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing die Diskussion über ein besseres Management der Weltwirtschaft wieder auf. Denn Globalisierungskrisen und die Notwendigkeit ihrer Steuerung zeigen sich auch 2008: Die internationale Finanzkrise in vielen Industrieländern legt eine Reform bisheriger Institutionen nahe und der Stillstand bei den Doha-Verhandlungen dokumentiert zunehmende Vorbehalte gegenüber einer Liberalisierung des Welthandels. Die beiden zuständigen Organisationen scheinen an ihre Grenzen zu stoßen. Von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden daher Reformen für den Internationalen Währungsfonds (IWF) ebenso diskutiert wie neue Initiativen für den Welthandel innerhalb und außerhalb der Welthandelsorganisation (WTO).

Die Tagung unternimmt eine Bestandsaufnahme der Globalisierung der Finanzmärkte und des Welthandels und fragt nach neuen Möglichkeiten für ihre Governance durch die Staatengemeinschaft. Im Vordergrund stehen die Analyse der Chancen und Risiken internationaler Handels- und Kapitalbewegungen, ihre Auswirkungen auf nationale Gesellschaften und die Strategien für ein effizienteres aber auch legitimeres Management durch internationale Organisationen. Diese Fragen werden von Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft analysiert und diskutiert. Im Fokus der beiden Themenblöcke Finanzmärkte und Welthandel stehen dabei jeweils zunächst die weltwirtschaftlichen Wirkungen und die internationalen Organisationen. Anschließend wird die spezifische Bedeutung globaler Finanzmärkte und des Welthandels für Deutschland untersucht. Die Analyse der Rolle der Schwellenländer und eine Podiumsdiskussion ergänzen diese Agenda.

Die Ergebnisse der Tagung wurden im August 2008 in der Zeitschrift des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung publiziert [Abstrakt] [ifo Schnelldienst Nr. 15/2008]

  • Tagungsleitung:
    • Dr. Saskia Hieber (Akademie für Politische Bildung, Tutzing) Dr. Wolfgang Quaisser (Akademie für Politische Bildung, Tutzing) Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Ruhr-Universität Bochum)
  • Materialien der Referenten zur Tagung:
    • Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Ruhr-Universität Bochum): Kontroversen der Global Economic Governance Debatte Manuskript als PDF-Datei
    • Dr. Martin Hüfner (ehem. Chefvolkswirt der HypoVereinsbank, München): Chancen und Risiken globaler Finanzmärkte
    • Dr. Jens van Scherpenberg (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin): Governance der Finanzmärkte: Möglichkeiten und Grenzen des Internationalen Währungsfonds
    • Dr. Alexander Raubold (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin): Deutschland, die EU und die WTO im Welthandel Präsentation als PDF-Datei
    • Prof. Dr. Karlhans Sauernheimer (Universität Mainz): Chancen und Risiken einer Liberalisierung des Welthandels
    • Dr. Alexander Lau (Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Berlin): Auswirkungen von Handelsliberalisierung Präsentation als PDF-Datei
    • Isabella Timm-Guri (Referentin des Bayerischen Bauernverbandes, München): Auswirkungen von Handelsliberalisierung
    • Dr. Stormy Mildner (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin): Governance des Welthandels durch die Welthandelsorganisation Präsentation als PDF-Datei
    • Wolfgang Kreissl-Dörfler (MdEP, Brüssel): Wege zu einer gerechten Weltwirtschaft

DFG-Projekt "Global Economic Governance" 2005-2007 (abgeschlossen)

  • Antragsteller und Projektleiter:
    • Prof. Dr. Stefan A. Schirm
      Lehrstuhl für Internationale Politik
      Ruhr-Universität Bochum
  • Projektfinanzierung:
    • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG: SCHI 481/2-2)
  • Projekt-Mitarbeiterinnen:
    • Maren Becker, MA Stefanie John, Dipl. Pol.
  • Förderungszeitraum:
    • 1.12.2005 - 30.11.2007

Zusammenfassung

Globalisierung bringt nicht nur neue Chancen auf Wohlstand, sondern auch neue Risiken für die Steuerung der Weltwirtschaft. Finanzkrisen in Asien, Argentinien und Mexiko sowie Handelskonflikte zwischen Industrieländern und Schwellenländern aber auch zwischen Europa und den USA verdeutlichen die neuen Herausforderungen. Die Notwendigkeit einer besseren Global Economic Governance wird gerade auch von den Regierungen der Industrieländer anerkannt. Trotzdem kommt es nur teilweise zu neuer Global Economic Governance: Während nach langen Verhandlungen zwar neue Standards für Banken im Basel II Abkommen vereinbart wurden, konnte keine Einigung über eine Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF) als Hüter der globalen Finanzmarktstabilität erreicht werden. Auch eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) gelang nicht und die aktuellen Verhandlungen in der sogenannten WTO-Entwicklungsrunde von Doha sind sogar zum Stillstand gekommen.

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurden am Lehrstuhl für Internationale Politik der Ruhr-Universität die Ursachen der Unterschiede nationaler Positionen zu Global Governance erforscht. Damit konnte ein Beitrag zur Beantwortung der Frage geleistet werden, warum sich Staaten in einigen Fällen auf neue Global Governance einigen können, in anderen dagegen nicht. Unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan A. Schirm überprüfte das Projekt-Team die These, dass Regierungspositionen zu Global Economic Governance aufgrund unterschiedlicher interner gesellschaftlicher Interessen und Normen divergieren. Die Fragen nach der Art der materiellen Interessen von Lobbygruppen und der Form gesellschaftlicher Normen und Werte zu politischen und ökonomischen Fragen standen dabei im Mittelpunkt. Besonders aufschlussreich war die Untersuchung der Bedingungen unter denen entweder ideelle Normen oder aber materielle Interessen die Positionen der jeweiligen Regierung zu neuer Global Economic Governance prägten. Fallbeispiele waren dabei die Entstehung nationaler Positionen zur Reform des IWF, zu den Bankenstandards in Basel II und zur WTO in Deutschland und den USA.

Im Ergebnis konnte das Projekt zeigen, dass Interessen und Normen innerhalb der Länder die nationalen Positionen in erster Linie bestimmten und nicht Globalisierungsdruck oder internationale Organisationen. Gesellschaftliche Normen orientieren sich zwar an transnationalen Entwicklungen wie Globalisierung, unterscheiden sich aber nach wie vor signifikant auch zwischen Ländern, die stark in die Weltwirtschaft integriert sind, wie zwischen Deutschland und den USA. Materielle Interessen hatten einen stärkeren Einfluss auf Regierungspositionen zu Global Economic Governance als ideelle Normen, wenn Interessengruppen spezifisch betroffen waren, wie etwa bei den Bankenstandards in Basel II. Bei der Reform des IWF dominierten dagegen unterschiedliche Normen zwischen den USA und Deutschland etwa zur Solidarität mit Entwicklungsländern bzw. deren Eigenverantwortung und zum Vertrauen in Marktkräfte. Im Projekt konnte nachgewiesen werden, dass endogene Interessen und Normen auch im Zeitalter starker internationaler Organisationen und weltwirtschaftlicher Globalisierung divergieren können, Regierungspositionen stark prägen und somit die Chancen für neue Governance beeinflussen.