Das Projekt

 

Intersexualität in NRW. Eine qualitative Untersuchung der Gesundheitsversorgung von zwischengeschlechtlichen Kindern in Nordrhein-Westfalen

 

Spätestens seit dem Vorlegen der Stellungnahme des Deutschen Ethikrats ist das Thema Intersexualität in der Öffentlichkeit angekommen. Teil der Stellungnahme ist auch die Versorgung der Kinder nach der Geburt und die Beratung der Eltern. Empirische Studien gab es bisher dazu nicht.

Wie die Versorgung der Kinder und die Beratung der Eltern bei einem Verdacht auf Intersexualität aussieht, ist allerdings entscheidend für den weiteren Verlauf einer möglichen Behandlung.

In dem zweijährigen Projekt werden anhand von Gesprächen mit Eltern intergeschlechtlicher Kinder und mit medizinischem Fachpersonal untersucht, wie die Versorgungssituation von Kindern ist, die mit Verdacht einer DSD-Diagnose (Diverse/ „Disorder“ of sex development) in einem nordrhein-westfälischen Krankenhaus geboren werden.

Dabei setzt es an der Schnittstelle zwischen medizinischer Behandlungspraxis und elterlicher Erfahrung an.

Methodisch ist das Projekt in der qualitativen Sozialforschung anzusiedeln. Mit dem medizinischen Fachpersonal werden leitfadengestützte ExpertInnen-Interviews durchgeführt, während bei den Eltern die Methode des narrativen Interviews zum Einsatz kommt.

Das Projekt „Intersexualität in NRW. Eine qualitative Untersuchung der Gesundheitsversorgung von zwischengeschlechtlichen Kindern in Nordrhein-Westfalen“ wird gefördert aus Mitteln des Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG. NRW) in Kooperation mit der Professur Gender Studies der Ruhr-Universität Bochum. Durchgeführt wird das Projekt von Prof. Dr. Katja Sabisch und
Anike Krämer, Sozialwissenschaftlerin M.A.

 

Wissenschaftliche Publikationen

Krämer, Anike/Sabisch, Katja (Hg.) (2018): „Doing Responsibility – Möglichkeiten von familiären Ordnungen“, Sonderheft der Zeitschrift psychosozial (im Erscheinen).

 

Krämer, Anike/ Sabisch, Katja (2017): Intersexualtiät in NRW. Eine qualitative Untersuchung der Gesundheitsversorgung von zwischengeschlechtlichen Kindern in Nordrhein-Westfalen. Projektbericht. Studien Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, Nr. 28. Essen.

 

Ghattas, Dan Christian/Sabisch, Katja (2017): „Mehr als „Mann“ und „Frau“ – Menschenrechte und Teilhabe intergeschlechtlicher Personen in Deutschland“, in: Diehl, Elke (Hg.): Teilhabe für alle?!. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. 158-179.

 

Krämer, Anike/Sabisch, Katja (2017): „Intersexualität“, in: Kortendiek, Beate/Riegraf, Birgit/Sabisch, Katja (Hg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Wiesbaden: Springer (im Erscheinen).


Klöppel, Ulrike/Sabisch, Katja (Hg.) (2017): „Zur Aktualität kosmetischer Operationen ‚uneindeutiger‘ Genitalien im Kleinkindalter“, in: Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Bulletin Texte 42.


Sabisch, Katja (2017): „Die Denkstilanalyse nach Ludwik Fleck als Methode der qualitativen Sozialforschung – Theorie und Anwendung“, in: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 18(2).


Krämer, Anike/ Limor Meoded Danon (2017): “Between Concealing and Revealing Intersexed Bodies: Parental Strategies”, in: Qualitative Health Research, http://journals.sagepub.com/eprint/yHJSKV9ypjJ64A2riXcG/full.


Krämer, Anike/ Sabisch, Katja/Woweries, Jörg (2016): „Varianten der Geschlechtsentwicklung – die Vielfalt der Natur“, in: Kinder- und Jugendarzt, 47, 318-320.