Die Rolle der Kommunen im Bereich Gesundheit. Eine Analyse der Kooperationen zwischen Kommunen und Leistungserbringern des Versorgungssystems im Rahmen integrierter kommunaler Strategien der Prävention und Versorgung


  • gerfördert durch: Bertelsmann Stiftung und Robert Bosch Stiftung
  • Projektleitung: Prof. Katharina Böhm
  • Wiss. Mitarbeiter: Marian Schönknecht
  • WHK: Kira Pelloth
  • Laufzeit: 06/2019 bis 01/2021

Bertelsmann

 

Ziel und Hintergrund des Forschungsprojekts


Bislang haben nur wenige Kommunen integrierte Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention (GFP) oder integrierte Versorgungskonzepte umgesetzt. Integrierte, also sektor- und akteursübergreifende, Konzepte erfordern eine umfassende Koordination, die auf kommunaler Ebene mit besonderen Herausforderungen verbunden ist, da weder die Kommune noch ein anderer Akteur das Handeln der anderen beteiligten Akteure bestimmen kann und somit eine hierarchische Steuerung nicht möglich ist. Eine Koordinierung erfolgt stattdessen zumeist in Netzwerken.

Das Forschungsprojekt will die Rolle der Kommunen bei der Entwicklung, Umsetzung und Steuerung integrierter Gesundheitsstrategien empirisch untersuchen und dabei insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Leistungserbringern des Versorgungssystems näher beleuchten: Unter welchen Voraussetzungen verfolgen Kommunen integrierte Gesundheitsstrategien? Welche Voraussetzungen und förderliche Faktoren müssen gegeben sein, damit die Kooperation zwischen Kommunen und Leistungserbringern gelingt? Welche Steuerungsrolle kommt den Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung von integrierten Strategien in der Praxis zu?

Zwischen den beiden Untersuchungsbereichen – integrierte GFP und integrierte Versorgung – bestehen zentrale Unterschiede. Zum einen unterscheidet sich die Rolle der Leistungserbringer, zum anderen die Steuerungsakteure und die Verantwortung der Kommunen. Aufgabe des Forschungsprojektes wird es daher auch sein, diese Unterschiede theoretisch aufzuarbeiten und die empirischen Ergebnisse der beiden Bereiche miteinander zu vergleichen.

Das Forschungsprojekt umfasst zwei empirische Bausteine: Im ersten Teil des Projektes liegt der Fokus auf integrierten kommunalen Präventionsstrategien für Kinder und Familien. Hier untersuchen wir die Kooperation zwischen kommunalen Akteuren (z.B. Jugendamt, Gesundheitsamt) und Einrichtungen bzw. Akteuren des Versorgungssektors (z.B. Ärzt_innen, Krankenhäuser, Hebammen) in vier bis sechs ausgewählten Kommunen. Der zweite Teil widmet sich der Kooperation zwischen Kommunen und medizinischen Leistungserbringern in Rahmen integrierter Versorgungskonzepte. Hier stehen Kommunen im Zentrum der Analyse, in denen patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung (PORT) mithilfe der Förderung durch die Robert Bosch Stiftung auf- bzw. ausgebaut werden.